Einen Freigelände-Messestand bei Wind sichern Sie vor allem durch eine standfeste Konstruktion, ausreichende Ballastierung und eine statisch geprüfte Planung. Entscheidend ist, dass Windlasten bereits in der Konzeptionsphase berücksichtigt werden und nicht erst auf dem Gelände. Die folgenden Abschnitte beantworten die wichtigsten Fragen rund um Windschutz, Statik und das richtige Verhalten im Ernstfall.
Welche Windlasten müssen Freigelände-Messestände aushalten?
Freigelände-Messestände müssen in Deutschland in der Regel Windlasten nach DIN EN 1991-1-4 standhalten, die je nach Standort und Windzone unterschiedlich hoch ausfallen. Für temporäre Konstruktionen auf Messegeländen gelten häufig Windgeschwindigkeiten von 80 bis 120 km/h als Bemessungsgrundlage. Maßgeblich sind dabei die Vorgaben des jeweiligen Messeveranstalters sowie lokale Bauvorschriften.
Deutschland ist in vier Windzonen eingeteilt. Küstennahe Standorte wie Hamburg oder Bremen fallen in höhere Windzonen als Binnenstädte wie München oder Stuttgart. Das bedeutet: Ein Stand, der für eine Münchner Messe statisch ausreichend dimensioniert ist, muss für eine Veranstaltung in Norddeutschland möglicherweise anders konstruiert werden.
Hinzu kommt der sogenannte Böeneffekt. Freiflächen ohne schützende Bebauung verstärken Windspitzen erheblich. Freigelände-Messestände sind dieser Belastung deutlich stärker ausgesetzt als Hallenstände, weshalb die Windlastberechnung hier besonders sorgfältig erfolgen muss.
Welche Konstruktionsmethoden schützen am besten vor Wind?
Die wirksamsten Konstruktionsmethoden gegen Wind sind Stahlrahmenkonstruktionen mit breiter Standfläche, tief verankerte Bodenbefestigungen und ausreichend dimensionierte Ballastierung. Kombiniert mit einer aerodynamisch günstigen Formgebung lässt sich die Windanfälligkeit eines Outdoor-Messestands erheblich reduzieren.
Verankerung und Ballastierung
Wo eine Bodendübelung nicht möglich ist, übernehmen Betonballaste oder Wassertanks die Funktion der Gewichtsverankerung. Die benötigte Ballastmenge ergibt sich aus der statischen Berechnung und hängt von Standhöhe, Dachfläche und der zu erwartenden Windlast ab. Faustregel: Lieber mehr Ballast einplanen als nachträglich nachrüsten.
Konstruktionsmaterial und Verbindungstechnik
Stahlkonstruktionen bieten gegenüber Aluminiumsystemen in der Regel höhere Steifigkeit und eignen sich besonders für größere Freigelände-Stände. Entscheidend ist aber nicht nur das Material, sondern die Qualität der Verbindungspunkte. Schraubverbindungen mit gesichertem Anzugsmoment, regelmäßig geprüfte Klemmen und normgerechte Schweißnähte sind hier keine Kür, sondern Pflicht.
Wie beeinflusst das Standdesign die Windanfälligkeit?
Das Design eines Freigelände-Messestands hat direkten Einfluss darauf, wie stark Wind an der Konstruktion angreift. Große, geschlossene Wandflächen wirken wie Segel und erzeugen hohe Druckkräfte. Offene, durchlüftete Konstruktionen oder schräge Dachflächen leiten den Wind dagegen besser ab und reduzieren die Gesamtlast auf das Tragwerk.
Besonders kritisch sind:
- Hohe, geschlossene Rückwände ohne Windöffnungen
- Große horizontale Überdachungen mit geringer Neigung
- Hängende Elemente wie Banner, Fahnen oder freitragende Beschriftungen
- Asymmetrische Aufbauten, die einseitig mehr Angriffsfläche bieten
Ein durchdachtes Standdesign im Messebau berücksichtigt Windlasten nicht als nachgelagerte Sicherheitsfrage, sondern als integralen Bestandteil der Konzeption. Wer frühzeitig mit Statikern und erfahrenen Messebauern zusammenarbeitet, kann gestalterisch attraktive und gleichzeitig windsichere Lösungen entwickeln.
Was muss vor der Messe statisch geprüft werden?
Vor jeder Freigelände-Messe muss ein qualifizierter Statiker die gesamte Konstruktion abnehmen und eine Standsicherheitsbescheinigung ausstellen. Diese Prüfung umfasst Tragwerk, Verankerung, Ballastierung sowie alle angehängten oder aufgestellten Elemente wie Leuchttürme, Fahnenmasten oder Exponatträger.
Folgende Dokumente und Prüfschritte sind in der Regel erforderlich:
- Statische Berechnung auf Basis der standortspezifischen Windlastzone
- Konstruktionspläne mit Maßangaben, Materialangaben und Lastangaben
- Ballastierungsnachweis mit konkreten Gewichtsangaben je Verankerungspunkt
- Abnahmeprotokoll nach Aufbau auf dem Messegelände
- Freigabe durch den Messeveranstalter vor Standöffnung
Viele Messeveranstalter verlangen diese Unterlagen bereits Wochen vor der Veranstaltung. Wer die Einreichungsfristen verpasst, riskiert im schlimmsten Fall, dass der Stand nicht freigegeben wird. Das Fellow-Prinzip sorgt dafür, dass solche Deadlines systematisch im Blick behalten werden.
Was tun, wenn während der Messe ein Sturm aufzieht?
Wenn während der Messe ein Sturm aufzieht, gilt: Sicherheit vor Standbetrieb. Leichte, lose Elemente wie Prospektständer, Werbebanner oder Dekorationsobjekte müssen sofort gesichert oder entfernt werden. Bei angekündigten Starkwinden sollten Sie den Stand vorsorglich schließen und Besucher sowie Mitarbeiter in Sicherheit bringen.
Ein konkreter Handlungsplan für den Ernstfall sollte folgende Schritte umfassen:
- Wetterwarnungen verfolgen: Nutzen Sie Warn-Apps wie NINA oder den Deutschen Wetterdienst, um frühzeitig informiert zu sein.
- Verantwortlichkeiten klären: Legen Sie vor der Messe fest, wer im Sturmfall welche Maßnahmen einleitet.
- Lose Elemente sichern: Fahnen, Aufsteller, Exponate und Werbemittel sofort entfernen oder festzurren.
- Messeleitung informieren: Melden Sie kritische Situationen umgehend an den Veranstalter und folgen Sie dessen Anweisungen.
- Standfläche räumen: Bei ernsthafter Sturmgefahr haben Menschenleben absoluten Vorrang vor dem Standschutz.
Nach dem Sturm sollte die Konstruktion vollständig auf Schäden inspiziert werden, bevor der Betrieb wieder aufgenommen wird. Auch kleine Verformungen oder gelockerte Verbindungen können die Standsicherheit beeinträchtigen.
Wie fairfellows Ihren Freigelände-Messestand absichert
Freigelände-Messestände sind seit der Gründung von fairfellows unsere historische Kernkompetenz. Bereits zur bauma 2019 haben wir 15 Freiflächen realisiert und seitdem kontinuierlich Erfahrung in diesem anspruchsvollen Segment aufgebaut. Wenn Sie Ihren Outdoor-Messestand sichern wollen, unterstützen wir Sie dabei auf mehreren Ebenen:
- Windlastgerechte Konzeption: Wir planen Ihr Standdesign von Anfang an mit Blick auf die standortspezifischen Windlasten.
- Statische Fachplanung: Wir koordinieren qualifizierte Statiker und stellen sicher, dass alle erforderlichen Nachweise rechtzeitig vorliegen.
- Partnerkoordination vor Ort: Unsere festen Aufbaupartner kennen die Anforderungen auf europäischen Messegeländen und arbeiten nach klaren Qualitätsstandards.
- Vollständige Dokumentation: Alle Unterlagen für die Messeveranstalter werden von uns zusammengestellt und fristgerecht eingereicht.
- Notfallplanung: Wir besprechen mit Ihnen im Vorfeld, welche Maßnahmen bei Sturmwarnung zu ergreifen sind.
Ob Sie zum ersten Mal an einer Freigelände-Messe teilnehmen oder bereits Erfahrung mitbringen: Wir begleiten Sie durch den gesamten Prozess. Kontaktieren Sie uns und lassen Sie uns gemeinsam einen Messestand entwickeln, der auch bei starkem Wind sicher steht.
